Förderprojekt „NR4A3 und Lymphome“

Die Rolle von NR4A3 in der Entstehung von Lymphomen

Dieses Forschungsprojekt von Alexander Deutsch wird von MEFOgraz unterstützt.

Projektinformationen:

Lymphome (=Lymphdrüsenkrebs) zählen mit über 1000 Neuerkrankungen im Jahr zu den häufigsten Tumorerkrankungen Österreichs. In den letzten 10 Jahren konnten in der Behandlung von Lymphomen durch neue Therapieansätze beträchtliche therapeutische Fortschritte erzielt werden. Jedoch beträgt die Heilungsrate im fortgeschrittenen Stadium noch immer unter 50%, sodass noch weitere intensive Forschungsarbeit über fehlgeleitete genetische Programme von Nöten ist, um Aufschluss über die molekulare Pathogenese von Lymphomen zu erhalten.

Lymphom
In bisherigen von uns durchgeführten Studien, konnten wir eine stark verminderte bis fehlende Aktivität zweier Transkriptionsfaktoren (NR4A1 und NR4A3) in aggressiven Lymphomen zeigen, welche mit einem aggressiveren Verlauf und damit mit einer deutlich schlechteren Prognose assoziiert ist. Transkriptionsfaktoren sind DNA bindende Eiweißstoffe, die komplexe genetische Programme regulieren. Durch Einbringen von NR4A1 oder NR4A3 in Tumorzellen (=Gentransfer) konnten wir in diesen Zellen den programmierten Zelltod (Apoptose) auslösen und somit das Absterben der Tumorzellen in vitro bewirken. Desweiteren konnte wir in vivo durch Verwendung von einem Mauslymphommodell –Myc-induzierte Lymphomentstehung- belegen, dass der Verlust von NR4A1 die Myc-induzierte Lymphomentstehung signifikant beschleunigt. Zusammenfassend belegen diese bisherigen Forschungsergebnisse, dass vor allem NR4A1 und womöglich auch NR4A3 eine wichtige tumorunterdrückende Funktion ausüben.
In den geplanten Experimenten soll die Auswirkung eines NR4A3-Expressionsverlust in der Myc-induzierten Lymphomentstehung in vivo untersucht werden. Wir wollen erheben, ob der NR4A3-Verlust die Lymphomentstehung beschleunigt, und ob die Lymphommäuse mit einem gepaarten NR4A1 und NR4A3-Verlust zu einem noch früheren Zeitpunkt Tumore entwickeln. Desweiteren soll mittels „Next generation sequencing“ untersucht werden, welche genetischen Programme von NR4A1 bzw. NR4A3 in der Myc-induzierten Lymphomentstehung reguliert werden. In weiteren Experimenten soll geklärt werden, ob ein gepaarter NR4A1 und NR4A3 Verlust in Mäusen, die normalerweise kein Lymphom entwickeln, eine reduzierte Lebenszeit haben, und womöglich dennoch Lymphome entwickeln. Erkenntnisse unserer Studie werden das Verständnis von der Entstehung von Lymphomen erweitern.


Alexander Deutsch
Priv. Doz. Mag. Dr. Alexander Deutsch

ist 1979 geboren und ist seit 2004 ein aktives Mitglied der Lymphomforschungsgruppe der Klinischen Abteilung für Hämatologie der Medizinischen Universität Graz unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Peter Neumeister. Seit 2009 leitet er das molekularbiologische Labor dieser Forschungsgruppe.

Alexander Deutsch beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen, die zur Entstehung von Lymphomen beitragen. Sein momentanes Hauptforschungsgebiet sind Transkriptionsfaktoren, sogenannte nukleäre Rezeptoren namens NR4A1 und NR4A3, und deren Rolle in der Entstehung von aggressiven Lymphomen.