Forschung an der Med Uni Graz

Personalisierte Medizin – Forschung für den Menschen

Die Medizinische Universität Graz steht für nachhaltige Gesundheitsforschung. Die letzten Jahrzehnte haben immense Fortschritte gebracht. Die heutige Herausforderung besteht darin, die medizinischen Maßnahmen noch besser und noch individueller den Bedürfnissen der einzelnen Patientin und des einzelnen Patienten anzupassen. Das Ziel ist die „personalisierte Medizin“ – maßgeschneidert und optimal für jede Situation und jede/n Betroffene/n. Mit ihren mehr als 1700 Mitarbeitenden, 16 Instituten und mehr als 40 Kliniken und Klinischen Abteilungen arbeitet die Med Uni Graz für eine noch wirksamere und sanftere Medizin: Forschung von heute ist die Gesundheit von morgen!

Wer ist die Med Uni Graz?

Eine akademische ärztliche Ausbildung gibt es in Graz seit 1863 – damals als Gründung einer medizinischen Fakultät. Seit 2004 ist die Medizinische Universität eine eigenständige Einrichtung, die sich einer breiten, PatientInnen-orientierten Lehre und Forschung in enger Kooperation mit dem LKH-Univ.-Klinikum Graz verpflichtet hat. Sie orientiert sich am bio-psycho-sozialen Verständnis, das den Menschen in seiner Gesamtheit erfasst und zusätzlich zur naturwissenschaftlichen Grundlage („bio“) das „Psychosoziale“ als weitere Dimensionen von Gesundheit und Krankheit aufnimmt.

Diese Gesamtschau auf den Menschen leitet auch die Erkenntnis, dass für jede spezielle Situation aus den heutigen und künftigen medizinischen Möglichkeiten das Beste für die einzelne Patientin bzw. den einzelnen Patienten gefunden und getan werden muss. Man weiß schon heute, dass Menschen unterschiedlich auf verschiedene Therapien ansprechen, und hierfür individuelle Faktoren der Person und spezifische Eigenschaften der jeweiligen Krankheitsausprägung verantwortlich sind. Die Med Uni Graz hat alle Voraussetzungen, hierfür die Forschung weiter voran zu treiben – im Sinne einer personalisierten Medizin.

Thematisch erstreckt sich dieses Anliegen auf weite Bereiche, wobei klassische Bevölkerungserkrankungen im Vordergrund stehen: Kardiovaskuläre Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, Krebs und – als Grazer Besonderheit – Fettforschung sind die zentralen Forschungsfelder. Gemeinsam ist diesen allen das Ziel der personalisierten Medizin im Sinne nachhaltiger Gesundheitsforschung. Diese zielt nicht nur auf Heilung, sondern in besonderem Maß auch auf Vorsorge, Früherkennung und Lebensqualität ab.

Um optimale Wege für Einzelpersonen zu finden, ist die Forschung an großen Kollektiven notwendig, weil nur so die entsprechenden Untergruppen, die dann die Merkmale eines Einzelnen kennzeichnen, entdeckt werden können. Sogenannte Biomarker, d.h. molekulare Merkmale, die bestimmte Personen und bestimmte Krankheits-Subtypen charakterisieren, sind damit die Grundlage der Forschung für eine personalisierte Medizin. Die Med Uni Graz verfügt über die größte Sammlung medizinischer Proben in Europa, und hat damit einen enormen Vorteil in der Biomarkerforschung hin zu personalisierter Medizin. Begleitet werden diese Forschungsaktivitäten durch systematische Dokumentation der klinischen Symptome und Krankheitsverläufe, aus denen dann gemeinsam mit den Laborergebnissen die relevanten Erkenntnisse im Sinne einer Evidenz-basierten Medizin gewonnen werden können.

Wie hat sich die Med Uni Graz seit 2004 entwickelt?

Seit ihrer Gründung hat die Med Uni Graz eine dynamische Entwicklung gezeigt. Sie ist bislang die einzige österreichische Universität, deren zentralen Leistungsbereiche ohne Auflagen zertifiziert wurden, und deren Studiengänge international akkreditiert sind. Das Studium erfreut sich hohen Zuspruchs – entgegen dem bundesweiten Trend haben die BewerberInnen-Zahlen auch im Jahr 2012 wieder deutlich zugelegt.

Besonders beeindruckend ist die Entwicklung der Forschungsleistungen. Diese haben sich seit 2004 mehr als verdreifacht, wobei sowohl die Quantität als auch die Qualität ein hohes Niveau mit internationaler Sichtbarkeit erreicht haben. So ist die Med Uni jedes Jahr im internationalen Ranking der 500 besten Universitäten vertreten – was weltweit einen Platz unter den Top 3 % der tertiären Bildungs- und Forschungseinrichtungen bedeutet.

Zu danken ist diese Entwicklung dem enormen Engagement der Mitarbeitenden, der internationalen Vernetzung unserer Forschungsgruppen und der exzellenten Zusammenarbeit mit dem Krankenanstaltenträger. Als bislang einziger Standort in Österreich hat die Med Uni Graz einen solchen Zusammenarbeitsvertrag mit einer gemeinsamen Leitung des LKH-Univ.Klinikums zustande gebracht.

Eine moderne „Stadt der Medizin“

Exzellenzforschung bedarf eines entsprechenden strukturellen Umfelds. Bereits heute besteht mit dem ZMF (Zentrum für Medizinische Forschung) ein Laborgebäude mit einem dynamischen, innovativen Organsiationskonzept, das internationale Beachtung findet. Beeindruckend sind jedoch die Bauvorhaben, die für die kommenden Jahre gestartet worden sind: Das Programm LKH 2020 erweitert und adaptiert zahlreiche Kliniken, sodass am Ende das gesamte LKH-Univ.Klinikum baulich auf einen zukunftsweisenden Stand gebracht ist. Der Med Campus siedelt alle theoretischen Forschungseinrichtungen der Med Uni in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum an. Ergänzt wird er durch das Zentrum für Wissens- und Technologie-Transfer, in dem Medizin-nahe, forschungsorientierte Wirtschaftsbetriebe untergebracht werden. Das gesamte Investitionsvolumen für diese Bauwerke beträgt mehr als 600 Mio Euro – ein klares Bekenntnis der Politik zum weiteren Ausbau des Medizin-Standortes in Graz.

Damit entsteht an der Med Uni eine regelrechte „Stadt der Medizin“. Diese bildet die gesamte Wertschöpfungskette der medizinischen Forschung an einem Standort ab: Die innovativen Ideen entstehen aus der täglichen ärztlichen Tätigkeit am Krankenbett im Univ.-Klinikum. Sie werden in der theoretischen und experimentellen Forschung in den Instituten des Med Campus weiter entwickelt, gemeinsam mit der Industrie im Zentrum für Wissens- und Technologietransfer zur Produktreife gebracht, und kommen – womit sich der Kreis schließt – im Univ.-Klinikum wieder direkt den Patientinnen und Patienten zugute.