MEFOgraz-Förderpreis für Andreas Reinisch

Der Obmann von MEFOgraz Prof. Dr. Herwig Holzer durfte Herrn Andreas Reinisch zu seinem Forschungsprojekt „Akute myeloische Leukämie (AML)“, welches im Rahmen des Förderprogrammes „GESUNDHEIT3000“ unterstützt wird, herzlich gratulieren und ihm als Förderpreis einen Scheck in Höhe von € 18.000,- überreichen.

Andreas Reinisch bei der Scheckübergabe

Die Rolle von NR4A3 in der Entstehung von Lymphomen

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine sehr aggressive Blutkrebserkrankung welche ihren Ursprung in den Blutstammzellen des menschlichen Knochenmarks hat. Durch genetische Veränderungen in diesen Blutstammzellen entstehen sog Leukämie-Stammzellen (LSCs). Diese Zellen erwerben die Eigenschaft zur Selbsterneuerung (engl. Self-renewal) und sind somit für die Vermehrung der eigentlichen Leukämiezellen verantwortlich. Um eine Leukämie effektiv zu behandeln, und somit einem frühzeitigen Relaps der Erkrankung vorzubeugen, müssen jedoch vor allem diese Leukämie-Stammzellen durch eine optimale AML-Therapie eliminiert werden. Unglücklicherweise zerstören die eingesetzten Chemotherapeutika meist nur aktive Leukämiezellen. Leukämie-Stammzellen jedoch können sich der Wirkung der Chemotherapie sehr effizient entziehen. Ein wichtiger, allerdings kaum erforschter Mechanismus, wie sich Leukämie-Stammzellen vor Chemotherapie schützen erklärt sich über ihre einzigartigen Interaktionen mit Stromazellen in der Knochenmarks-Nische.

Blutausstrich eine Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML)

Blutausstrich eine Patienten mit akuter myeloischer Leukämie

Wir werden in diesem Projekt durch den Einsatz von synthetischer Biologie und der Verwendung von synthetischen Rezeptoren (sog. SynNotch Receptors), ein neuartiges, innovatives Konzept verfolgen. Hierfür werden Stromazellen, welche mit Leukämie-Stammzellen interagieren, mittels SynNotch vermitteltem, direkten Zellkontakt markiert. Diese Kontakt-vermittelte Markierung erlaubt uns im Anschluss diese Zellen zu isolieren und somit mittels „single-cell RNA profiling“ spezifische Interaktionsmechanismen zu entschlüsseln. Diese einzigartige Methode wird uns erstmals ermöglichen, genaue Einblicke in die Resistenzmechanismen der Leukämie-Stammzellen zu bekommen und dadurch effektivere Therapiekonzepte zur Bekämpfung der AML zu entwickeln.


Andreas Reinisch
Andreas Reinisch

wurde 1981 in Voitsberg geboren, ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
Seine wissenschaftliche Laufbahn begann bereits während des Studiums der Humanmedizin an der Medizinischen Universität in Graz, als er an der Abteilung für Hämatologie als wissenschaflticher Mitarbeiter tätig war. Nach Abschluss des Medizinstudiums 2006 setzte er seine wissenschaftliche Ausbildung fort und absolvierte das PhD Programm der Med Uni Graz, von dem er – als erster Absolvent – 2010 promovierte. Nach 2 Jahren Facharztausbildung zum Hämatologen unterbrach Dr. Reinisch seine klinische Tätigkeit und war von Dezember 2012 bis Juli 2017 als Wissenschaftler (Postdoc) an der Stanford University in Kalifornien beschäftigt. Zur Zeit ist Andreas Reinisch wieder an der Abteilung für Hämatologie der Med Uni Graz, wo er momentan seine eigene Forschungsgruppe etabliert und die Ausbildung zum Facharzt fortsetzt. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der molekularen Pathogenese von Leukämieerkrankungen. Zusätzlich arbeitet er an der Weiterentwicklung von Xenotransplantations-Mausmodellen und gentechnische Methoden zur besseren Erforschung von Bluterkrankungen.