MEFOgraz-Förderpreis für Matthias Ulbing

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Für sein hochinteressantes Forschungsprojekt erhielt Matthias Ulbing, BSc. MSc. Ende Februar einen MEFOgraz-Förderpreis dotiert mit € 10.000,-.

Knochen und Fertilität – Knochenhormone für die Steuerung der Fruchtbarkeit?

Lange Zeit wurde dem Skelett ausschließlich eine Funktion als Halte- und Stützapparat, später auch als Ort für Blutbildung und Mineralstoffwechsel zugeschrieben. Neueste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass der Knochen zusätzlich als eine wichtige „Hormondrüse“ gesehen werden kann. Energie- und Zuckerstoffwechsel, aber auch die Sexualhormone und damit die Fertilität werden davon beeinflusst. Auswirkungen von Hormonänderungen am Knochen wie etwa in der Menopause bei Frauen oder in der Andropause bei Männern mit dem Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche sind schon länger bekannt. Umgekehrt zeigen neue Studien an Mäusen, dass Hormone aus dem Knochen u.a. die männliche Testosteronbildung steuern können.
Osteocalcin tritt im Körper in verschiedenen biochemischen Formen auf, etwa in „carboxylierter“ und „uncarboxylierter“ Form und dürfte dabei unterschiedliche Wirkungen im Knochenstoffwechsel und der Fertilität haben, wie aus Tierversuchen bekannt ist.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die molekularen Mechanismen dieser unterschiedlichen Formen des Osteocalcins hinsichtlich des Hormonstoffwechsels, speziell bezogen auf die Steroidhormonproduktion in menschlichen Zellen von Eierstöcken, Hoden und Nebennieren zu untersuchen.
In den geplanten Experimenten soll in unseren Zellkulturmodellen nach Zugabe von Osteocalcin die Feinregulation der genetischen Expression über eine Transkriptom-Expressionsanalyse (eine Untersuchung der an- und abgeschalteten Gene) mit neuen Sequenziertechniken (NGS, next generation sequencing) und das microRNA-Profil als Teil der epigenetischen Regulation erhoben werden.

Projektinformationen


Matthias Ulbing
Matthias Ulbing

wurde 1986 in Villach geboren und absolvierte seine Schulausbildung in Vassach und am Perau Gymnasium – BG/BRG Villach (Matura mit Auszeichnung). Nach dem Zivildienst beim Roten Kreuz Villach als Rettungssanitäter begann er im Oktober 2005an der Karl Franzens Universität Graz zu studieren. Das Studium der molekularen Mikrobiologie schloss er mit dem Bachelor of Science zum Thema „Apoptose und Krebs – Therapie über TRAIL, Apoptin und Survivin“ ab.

Während des Masterstudiums für molekulare Mikrobiologie an der KF Uni Graz hatte er die Möglichkeit, bei einem Projekt an der Paracelsus-Universität Salzburg im Fachbreich für Molekulare Biologie im Forschungsfeld für molekulare Immunologie mitzuarbeiten. Seine Masterarbeit absolvierte er auf der KF Uni Graz in Forschungsbereich für Infektionsbiologie und arbeitete dabei an Genexpression und Proteinregulation von Vibro cholerae. Das Masterstudium schloss er mit Auszeichnung im Juni 2012 ab. Im Oktober desselben Jahres wurde er im PhD Programm „Molekular Fundamentals of inflammation“ (DK-MOLIN) aufgenommen, in der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Graz. Sein Projekt umfasst epigenetische Biomarker bei kardiovaskulären und ossären Erkrankungen, im speziellen bei chronischer Nierenerkrankung mit der Untersuchung der microRNA-Regulation bei Kalzifizierungsvorgängen in Knochen und Gefäßen.


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